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Der blinde Fleck: Digitale Transformation in Stadt, Region und Handel

Brexit, Trump und Populismus halten Deutschland und Europa in Atem. Und, hoppla, wo ist eigentlich die Flüchtlingsdebatte geblieben? Die Medienagenda folgt dem Schwarm der Interessen oder war es umgekehrt?

Wie gut, dass uns ein Kollektiv von engagierten Publizisten, Wissenschaftlern und Journalisten Anfang des Jahres auf die „vergessenen Nachrichten“ der letzten 12 Monate aufmerksam machte: Die vermeintlich illegale Bundesrichterwahl war dabei, aber auch die Zustände in Costa Rica oder – Achtung! – das Thema „Unzuverlässiges Gütesiegel führt zu Gewalt bei der Pferdeausbildung“ auf Platz 8 der Top Ten noch vor der – ebenfalls Achtung, weil hinter dem Pferdewohl – „Medikamentöse(n) Ruhigstellung in Altenpflegeheimen“. Und die Digitalisierung?

Anscheinend wurde und wird über sie zur Genüge berichtet. Und man ist als Leser, Bürger und Unternehmer bestens im Bilde, was uns die nächsten Jahre an prachtvollen Innovationen bescheren werden. Selbst die Tagesthemensprecherin Caren Miosga moderierte am 19. April 2016 einen Beitrag über Virtual-Reality-Anwendungen mit einer (immer noch) recht klobigen und ziemlich hässlichen Datenbrille an.

Die Wirtschaftswoche ergoß sich im gleichen Monat förmlich in Positivszenarien einer schönen neuen Welt, in der die „Unterhaltungsbranche (…) in ein paar Jahren nicht mehr wiederzuerkennen“ sein werde, in der Technik „den Absatz ankurbeln, Kosten senken und die Qualität steigern“ werde, in der jedwedes Erleben durch eine virtuelle Computerwelt ersetzt werde, ja, selbst das Erleben des eigentlich Unerlebbaren möglich sein werde. Das Wirtschaftsmagazin beschwor geradezu die digitale Simulation der Kohlenstoffwelt mit Grenzkosten gen Null, eine „Welt des Überflusses – ohne Abfall, ohne Klimawandel“.

Digitale Aufenthaltsqualität?

Foto: Andreas Haderlein, 2017

Wie immer geschah dies unmittelbar vor oder während einer der großen IT-Messen. Und jetzt ganz ehrlich: Wie viele Datenbrillen kommen in Ihrem unmittelbaren privaten und beruflichen Umfeld zur Anwendung? Wie viel Leerstand und Downtrading-Potential aber besitzt Ihre Stadt? Ich finde, noch immer wird zu wenig und zu substanzlos über die Auswirkungen – Risiken und Chancen gleichermaßen – der Digitalisierung auf die City gesprochen.

Mit der seit Dezember 2016 geöffneten Plattform LocalCommerce.info möchte ich das ändern. Sie sind eingeladen, sich über mittlerweile 60 gelistete digitale Initiativen in Städten und Regionen zu informieren, deren Ansätze und Werkzeuge zu studieren und – sobald die Website das Betastadium verlässt – auch mit Interviews und News am Ball zu bleiben.

Wer regelmäßig (alle 2 Wochen) von mir Informationen zum Thema „Digitale Transformation in Stadt, Region und Handel“ erhalten möchte, der meldet sich bitte hier zum Newsletter der Local Commerce Alliance an… damit die Nachricht nicht vergessen geht.