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WM-Lounges im Einrichtungshaus

Bildquelle: screenshot, AH

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Es gibt viele Möglichkeiten, als stationärer Händler aufs Trittbrett der Fußballweltmeisterschaft zu springen. Die meisten „Werbeaktionen” allerdings erschöpfen sich in Fußball-Girlanden, ein bisschen Brasilien-Deko und Länderfahnen im Schaufenster. Dabei hat der Handel doch ein dickes Pfund, mit dem er während des sportlichen und medialen Großereignisses wuchern kann: seine Verkaufsfläche. Wer es versteht, diese als Bühne und Begegnungszentrum zu inszenieren und noch dazu das entsprechende Sortiment vorweisen kann, der macht den Laden kurzerhand zum Public-Viewing-Hotspot.

Das tut auch das Frankfurter Einrichtungshaus KONTRAST, wo man viele Partien des Wettbewerbs in einer von elf eigens eingerichteten WM-Lounges erleben und nebenbei die künftige Couch probesitzen kann.

Gediegen gucken – in einer von elf WM-Lounges (Bildquelle: Kontrast)

Gediegen gucken – in einer von elf WM-Lounges (Bildquelle: Kontrast)

Das alleine würde Freunde, Kollegen, Kunden oder Geschäftspartner (bis zu 15 Personen finden in einer Lounge Platz) aber wahrscheinlich nicht in ein fünfstöckiges Industrieloft mit Backsteinfassade auf der Hanauer Landstraße locken. Deswegen hat man mit dem Frankfurter Sternekoch Mario Lohninger einen Sparringspartner gefunden. Denn er bewirtet die Fans in einem Pop-up-Restaurant innerhalb des Einrichtungshauses und versorgt sie mit kleinen und großen Snacks direkt vor dem TV.

Das Pop-up-Restaurant ist auf über 100 Gäste ausgelegt. Von Veggie-Antipasti (12 Euro) bis zum Schwäbisch Hall Bio-Schweinsbrat’n (13,50 Euro) genießt man hier Fußball à la Carte. Selbstverständlich stehen auch Kaltgetränke bereit. Gebucht werden kann die WM-Lounge über das in der Gastronomie übliche OpenTable-Formular. Und der Händler wäre kein Händler würde er die Public-Viewing-Aktion nicht auch mit einer Sales-Kampagne verbinden.

Vorsicht: Die Auflagen der FIFA sind streng. Wer von der WM-Euphorie profitieren will, sollte die rechtlichen Bedingungen in Sachen Markenschutz etc. genau unter die Lupe nehmen. Auch KONTRAST hat eine entsprechende Lizenz erworben und kann nun mit WM-Trophäe als Blickfang und Begriffen wie „WM-Lounge“ Aufmerksamkeit bei Kunden generieren. Zwar sind die Grenzen zwischen Erlaubtem und Markenschutz mitunter fließend, aber im Zweifel sollte unbedingt ein Jurist entsprechende Trittbrettaktionen prüfen. Damit der Einfall nicht zum Reinfall wird. Hier informiert die FIFA zu „verbotenen Marketingaktionen“. Mehr zum sog. Ambush Marketing findet sich auf Wikipedia.