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Die Sonntagslieferung von Amazon

Diskutieren wir hierzulande noch über den Sinn (und Unsinn) von Same-Day Delivery, sind die USA wieder einmal einen Schritt weiter. Amazon, so eine frische Pressemitteilung aus dem Hause Bezos, kooperiert künftig mit dem Zusteller U.S. Postal Service (USPS), um Pakete auch am heiligen Sonntag an den Mann resp. die Frau zu bringen. Zunächst soll der Service in den Städten Los Angeles und New York angeboten werden und dann auch nur für Amazon-Prime-Kunden. Aber das Interessante dabei: Dafür wird das Postunternehmen keine Extragebühren erheben. Das will zumindest die Washington Post herausgefunden haben.

Zwar ist die Sonntagslieferung auch in Deutschland kein Tabu (die Post etwa tat dies im letzten Jahr vor Weihnachten), aber zum heißen Thema könnte es in Deutschland dennoch werden, denn, angenommen Amazon geht auch hier diesen Weg, …

  1. Wer kommt als Paketversender in Frage? Und welche Händler könnten noch auf den Zug aufspringen? Will Amazon gar den Sonntag „exklusiv“ haben?
  2. Wie ruinös ist dieser Service, sollten die (Lohn-)Mehrkosten nicht als Versandkosten beim Verbraucher einkassiert werden? Und wie wirkt dieser Vorstoß angesichts der jüngsten Streiks bei Amazon Deutschland?
  3. Und schließlich: Will der Online-Shopper seine Pakete überhaupt sonntags empfangen? Jedenfalls ist die Zustellwahrscheinlichkeit um ein Vielfaches höher. Aber was sagt der Nachbar dazu, wenn nun auch sonntags dieselstinkende Kleinlaster vor der Hofeinfahrt stehen?

Fragen über Fragen… Was denken Sie? Was dem stationären Kaufmann sein verkaufsoffener Sonntag, ist dem Pure Player die Sonntagslieferung?