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Jaaaaaaaa! Das „Kochhaus“ bald in Frankfurt-Bockenheim – und um die Ecke

Mit Spannung erwartet: Das Kochhaus in Frankfurt

Mit Spannung erwartet: Das Kochhaus in Frankfurt

Eine neue Filiale des „begehbaren Kochbuchs“ wird bald in meinem (beruflichen) Viertel eröffnen. Das Kochhaus ist nicht nur eine Multikanal-Lösung mit Pfiff, die im convenience-orientierten Lebensmitteleinzelhandel ihresgleichen sucht. Die stationäre Filiale wird den Stadtteil Bockenheim (und ganz Frankfurt) bereichern. Ein Jubelschrei in fünf Absätzen:

Personal wird sich sicherlich finden

Personal wird sich sicherlich finden

Lange, sehr lange darbte die ehemalige Kaufhof-Filiale im Zentrum des Frankfurter Stadtteils Bockenheim dahin. Provisorische Zwischenmieter für die Erdgeschoss-Flächen sah man kommen und gehen. Mittlerweile aber scheint sich wahrhaft Wundersames zu tun. Nicht nur ist bereits zum zweiten Mal der Kunstsupermarkt mit seinem Temporary Store zu Gast. Auch eine der aufsehenerregendsten Frankfurter Gemüsehändlerinnen hat hier Unterschlupf gefunden. Und jetzt bin ich fast sprachlos (und glücklich): Das Kochhaus, eines der innovativsten LEH-Konzepte der letzten Jahre, eröffnet hier auf der Leipziger Straße 43 unweit meines Büros seine Pforten.

Der temporäre Kunstsupermarkt schließt zum 19. Januar 2013

Der temporäre Kunstsupermarkt schließt zum 19. Januar 2013

In meinem Buch habe ich das Kochhaus auf S. 114 f. portraitiert, einen frühen Eintrag im Trendradar finden Sie aber auch hier. Was – und das zu fragen, liegt mir besonders am Herzen – bedeutet dieser neue Retail-Mieter für Bockenheim? Die Leipziger Straße ist auf dem besten Weg, das schmuddelige Image als „Berger Straße für Arme“ abzulegen! Und der Strukturwandel, der mit dem Abzug der Goethe-Universität einhergeht, wird durch solche Ansiedelungen nur zum Guten gewendet.

Noch eine Baustelle: die ehemalige Kaufhof-Filiale in Bockenheim

Noch eine Baustelle: die ehemalige Kaufhof-Filiale in Bockenheim

Was nicht heißen soll, dass ich damit einer Steigerung der Mietpreise für Wohnungen und Gewerbe das Wort reden möchte. Diese Diskussion wird vor allem im Zuge der Etablierung des „Kulturcampus“ auf dem bald ehemaligen Unigelände geführt und steht auf einem anderen Blatt. Das gemütliche Viertel Bockenheim erhält sich durch das Kochhaus aber allemal seine urbane Note, das es so lebenswert macht.

Bald vis-à-vis des Kochhauses: Oxfam

Bald vis-à-vis des Kochhauses: Oxfam

Zwar mutet der rundum erneuerte Immobilien-Koloss des ehemaligen Kaufhofs immer noch wie ein Fremdkörper auf der zuvorderst durch Altbaubestand geprägten Einkaufsstraße an, aber eines ist klar: Dort, wo eine Schlecker-Filiale unmittelbar nach der Insolvenz von Oxfam wiederbesetzt wird (Welch ein Kontrast!), wo der Handelsaufsteiger Ernsting’s Family, das geniale Local-Glamour-Geschäft Hessen Shopeine Reihe von inhabergeführten Fachgeschäften, neue Gastro-Konzepte (z.B. Bullys Burger) und Hinterhof-Boutiquen zuhause sind, da tut sich was – und zwar gewaltig.

Ich kann dem Betreiber des – wenn ich recht gezählt habe – nun siebten Kochhaus-Standortes (zwei in Berlin, vier in Hamburg) nur viel Erfolg und das nötige Durchhaltevermögen in einem durch Umbruch und Aufbruch geprägten Stadtteil wünschen. Die Uni geht, das Kochhaus kommt. Wenn das kein Grund zum Feiern des ambitionierten stationären Handels ist?!

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