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Mobile Payment – die Qual der Wahl

Es ist gegenwärtig zweifelsohne eines der heiß diskutiertesten Trendthemen im Handelsmarketing: das Bezahlen mit dem Smartphone. Für stationäre Händler bedeutet Mobile Payment künftig aber vor allem eines: die Qual der Wahl.

An anderer Stelle in diesem Blog und in meinem neuen Buch (siehe unten) habe ich das Thema bereits aufgegriffen. Die Onlineplattform des Fachmagazins Der Handel zitiert aktuell die Ergebnisse des EBay-Forschungsprojektes „Die Zukunft des Handels“ zum Mobile Payment. Kontaktloses Bezahlen, heißt es da, sei auf dem Vormarsch und würde in 10 Jahren gut ein Drittel der präferierten Zahlungsmethoden am Point-of-Sale ausmachen, neben Bar- und Kartenzahlung.

Nun muss man kein Prophet sein, um angesichts des rasanten technologischen Wandels eine weitere Diversifizierung des Bezahlens vorherzusagen. Es werden derzeit ja eine Menge Säue durchs Dorf getrieben (und Risikokapital investiert) – von Girogo über Square (einschließlich aller Klone) bis hin zu PayPal QR-Shopping. Wer allerdings am Ende der Dekade das Rennen machen wird, ist völlig offen. Denn der Markt wird einstweilen äußerst fragmentiert bleiben, bis sich breit akzeptierte Verfahren auf den Smartphones (und an der Kasse) etabliert haben.

Nur durch eine bündige Zusammenarbeit zwischen Banken, Kartenanbietern, IT-Dienstleistern und stationärem Handel wird das Vertrauen auf Seiten der Kunden geweckt. Jede Nachricht über Sicherheitslücken im Mobile Payment oder technische Probleme bei der Abwicklung am Kassentresen wird Kunden davon abhalten, ihr EC-, Kunden- und Kreditkarten kartenbestückte Portemonnaie zuhause zu lassen.

Die Zahlungsintermediäre wiederum müssen ihre Lösungen an die lokalen Marktbedingungen anpassen. Kreditkarten beispielsweise sind in Deutschland weitaus weniger verbreitet als in den USA. Außerdem fallen länderspezifische Regulierungen und Gesetze ins Gewicht. In Kalifornien etwa musste das Start-up FaceCash seine Mobile-Payment-Lösung aufgrund der Intervention des Gesetzgebers, der wiederum durch die Lobbyverbände der Finanzindustrie beeinflusst ist, vom Markt nehmen. Die FaceCash App bestätigt die Identität des Nutzers anhand des Portraitfotos des Nutzers statt über dessen Unterschrift.

Mehr zum Thema Mobile Payment und neue Bezahlverfahren am PoS finden Sie in Kapitel 5 meines neuen Buches Die digitale Zukunft des stationären Handels: Auf allen Kanälen zum Kunden, das im September erscheint.