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Sofa-Commerce: Warum „mobil“ nicht gleich „unterwegs“ bedeutet

Gemütlich informieren vom Sofa aus (Foto: AH)

Wenn Sie die Beschreibung „mobile Endgeräte“ allzu strapaziert finden, dann liegen Sie mit Ihrer Skepsis womöglich richtig – zumindest wenn es sich um die Nutzung von Tablet-Computern handelt. Denn zahlreiche Untersuchungen weisen mittlerweile darauf hin, dass die neuen smarten Touchscreens allenfalls mobil zwischen Küche, Wohnzimmer und Arbeitsplatz genutzt werden, also nicht unterwegs.

Ein Großteil der Nutzer geht nämlich hierzulande über einen stationären W-LAN-Internetanschluss und nicht etwa über UMTS mit iPad & Co. ins Netz. Der Dienstleister für mobile Shopsysteme MoVendor fand gar heraus (Download: http://www.movendor.com/pressebereich/Mobile-Commerce-WLAN.pdf), dass nur etwas mehr als 50 Prozent der Smartphone-Zugriffe auf Online-Shops tatsächlich von unterwegs erfolgen.

Wenn von Mobile Shopping die Rede ist, dann werden statistisch Smartphones und Tablets oftmals gleichgesetzt. Dies führt mitunter zu Verzerrungen, die Mobile-Marketing-Verantwortliche immer im Auge haben sollten. Die Nutzungsumgebung von mobilen Endgeräten kann durchaus das gemütliche Sofa zuhause sein. Selbst das Einlösen von Coupons über das Smartphone muss, wie das Beispiel Payback eCoupons zeigt, nicht zwingend von unterwegs oder am Point-of-Sale erfolgen. Und digitale Prospekte, wie sie die Unternehmen kaufDa und MeinProspekt für Smartphones und Tablets aufbereiten, werden sicherlich zuvorderst in den eigenen vier Wänden studiert. Auch wenn zuweilen von Kunden berichtet wird, die Verkäufern iPads statt Flyer unter die Nase halten, um sich den Weg zum Regal der Sonderangebote sagen zu lassen.

Die Kraft des mobilen Marketings im Sinne der Ansprache von Kunden unterwegs entfaltet sich vor allem in folgenden Zusammenhängen:

  • In-Store-Navigation und Store-Finder
  • Ortsbasierte Dienste und Check-in-Modelle
  • Mobile Payment und Self-Scanning
  • QR-Code-Einsatz und Augmented-Reality-Kampagnen
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