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Vom Online-Store zum stationären Guideshop: Bonobos‘ Multikanal-Strategie

An anderer Stelle habe ich bereits ein paar Einschätzungen geliefert, wieso Pure Player des Online-Versandgeschäfts auf einmal starkes Interesse an der stationären Präsenz ihrer Marke zeigen. Über PSFK ist mir nun ein weiteres schönes Beispiel zum Offline-Drang von Online-Stores begegnet: Der E-Tailer Bonobos gehört zu den service-fokussiertesten E-Commerce-Unternehmen für Herrenmode. Das US-amerikanische Unternehmen hat nun den Schritt an den Point-of-Sale, oder besser: Point-of-Service gewagt und überzeugt auch hier mit einem innovativen Konzept.

In so genannten Guideshops können sich Kunden von engagierten Mitarbeitern zur aktuellen Kollektion, zu Passform, Stil und Farbe sehr persönlich beraten lassen. Aber damit nicht genug. Die Modeberater nehmen sich für jeden Kunden 45 Minuten Zeit. Das ist individueller Service auf höchster Ebene.

Termine für einen Guideshop von Bonobos vereinbaren (Bild: screenshot, AH)

Termine für einen Guideshop von Bonobos vereinbaren (Bild: screenshot, AH)

Termine werden natürlich über die Website von Bonobos vereinbart. Ein Terminplaner ist schnell und einfach zu bedienen. Der Kunde sucht sich freie Slots für seinen Besuch in einem der Stores in New York und Boston.

Männer haben andere Shopping-Bedürfnisse als Frauen. Auch darauf findet Bonobos eine adäquate Antwort. Denn am PoS stehen keine Wühltische und Übersichtlichkeit ist Trumpf. Der Auswahlprozess wird durch ein klares InStore-Layout so schlank wie möglich gehalten.

Die Stores sind relativ klein, was zu einer ansehnlichen Flächenproduktivität führt. Gegenüber den Trendforschern von PSFK sagte Geschäftsführer und Gründer Andy Dumm:

Unsere Guideshops müssen Sie sich eher als E-Commerce Showroom vorstellen denn als traditionelles Einzelhandelsgeschäft.

9 von 10 Kunden, die zu einer Shop-Verabredung kommen, kaufen tatsächlich auch Ware ein. Und – wie sollte es anders sein – diese wird kostenfrei nach Hause geliefert.

Bonobos hat erkannt, dass Customer Experience vor allem stationär eingeschrieben wird. Freilich ist man mit den Guidestores noch in der Test- und Lernphase. CEO Andy Dunn scheint sich allerdings seiner Sache gewiss zu sein: eine eigene konsistente Servicesprache ist ein USP im Multi-Channel-Commerce.

Via: PSFK

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