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Machen statt beraten: Logotel setzt Maßstäbe bei der kommunikativen Wertschöpfung

Ein innovatives Familienunternehmen aus Mailand mausert sich zum Methoden-Experten für produktive Zusammenarbeit. Anlässlich der Mailänder Design Week knüpft Logotel an das von ihm vorangetriebene weconomy-Konzept an und begeistert wieder einmal mit einem außergewöhnlichen Veranstaltungsdesign.

Website von Logotel

Website von Logotel; screenshot: AH

Im Rahmen der Milano Design Week vom 17. bis 22. April 2012 steuert Logotel seine Expertise zum kollaborativen Arbeiten und partezipativen Wirtschaften bei. So ist das Unternehmen Teil des Veranstalternetzwerks Let’s Co, dass für ein Ideen-Labor in Sachen Kollaboration, eine Ausstellung und eine Konferenz verantwortlich ist.

Unter eigener Fahne und unter dem Projekt-Management von Cristina Favini organisiert Logotel die Veranstaltungsreihe Making Together, die in verschiedensten Formaten der Frage nachgeht: Can collaboration change our lives?

Die beteiligten Designer

Die beteiligten Designer des „Making Together“-Events (v.l.n.r.): Matteo Uguzzoni and Augusto Pirovano (CriticalCity Upload), Dominic Wilcox, Natascia Fenoglio, Demian Conrad, Andrea Valle, Filippo Fabbrica (Love Difference); Foto: Carlo Furgeri Gilbert

Herz der Veranstaltung ist eine Ausstellung, an der namhafte Designer aus Italien, England, Österreich und der Schweitz teilnehmen (siehe Bild rechts).

Meine erste Begegnung mit Logotel war im Frühjahr 2009. Auf Einladung des charismatischen Gründers Giuliano Favini kam ich in die Mailänder Unternehmenszentrale in der Via Ventura, mitten drin in der Ex-Industriezone der norditalienischen Metropole. Ein Loft wie aus dem Bilderbuch, kreative Arbeitsatmosphäre allenthalben, junge motivierte Mitarbeiter und verdammt guter Espresso. 1993 wurde das Unternehmen gegründet und beschäftigt heute über 100 Mitarbeiter in einem durch und durch multidisziplinären Team.

Eine Begegnung mit Folgen

Andreas Haderlein auf der WeBrave-Veranstaltung; Foto: Logotel

Andreas Haderlein auf der WeBrave-Veranstaltung; Foto: Logotel

Der Grund meiner Reise nach Mailand: Logotel hatte die Veranstaltungsreihe WeBrave aus der Taufe gehoben – ein Hybrid aus Kundenbindungsprojekt und strategische Unternehmenspositionierung im Fahrwasser der Web-2.0-Begeisterung. Ich war einer der Speaker der sog. Brave Futurist European Tour und habe meine Thesen zur Zukunft des E-Commerce und Handels präsentiert. Grundlage war meine Publikation Marketing 2.0 und das mit Jochen Krisch verfasste Trenddossier Social Commerce.

Das Veranstaltungsdesign hat mich schon damals beeindruckt. Sowohl die Bewerbung, die visuelle Sprache und Umsetzung in diversen User Interfaces als auch das Konzept und – ganz wichtig – die notwendige Nachhaltigkeit des Events.

WeBrave Mailing

Bestandteile des Printmailings zur WeBrave-Veranstaltungsreihe von Logotel; Foto: AH

Denn nicht nur ist aus der Veranstaltung mit weconomy – l’economia riparte dal NOI das erste kollaborative Buch Italiens, vielleicht sogar Europas entstanden (siehe Einbettung unten), sondern auch ein branchenübergreifender Diskurs und unternehmensstrategischer Ansatz, der seinesgleichen sucht.

Heute heißt der Claim von Logotel „making togehter“ – und wenn es eine Firma gibt, dem ich dieses Versprechen abnehme, dann ist es Logotel. Denn viele reden über Social Media, Enterprise 2.0 und andere Auswüchse des internetgetriebenen Wirtschaftens – viele reden (und beraten), aber Logotel MACHT. Und genau das zeichnet das Unternehmen für Innovation in Sales und Retail Design aus.

Nicht ohne Grund hat mich Giuliano Favini bei einer unserer Begegnungen darauf hingewiesen, dass es ihm im italienischen Wort für Innovation „innovazione“ vor allem auf den – ethymologisch sicher irrelevanten, aber interpretatorisch um so wichtigeren – Wortbestandteil „azione“, also Handlung oder Aktion ankommt. Auf das Machen eben. Mit Beratern hat es der ehemalige IBM’ler ohnehin nicht so – da bin ich hoffentlich eine Ausnahme ;-)

Neben tatsächlichem Industrie- und Produktdesign sowie Ladenbau und Layout-Konzeptionen für Shops, ist Logotel Dienstleister und „Designer“ für kommunikative Prozesse der unterschiedlichsten Art:

  • So hat es für seine Kunden bereits Business Communities und digitale kollaborative Vertriebssteuerungsplattformen aufgesetzt, als Web 2.0 noch nicht einmal als Begriff geboren war. Auch das Berufsbild des Community Managers hat Logotel maßgeblich geprägt.
  • In den von Logotel konzipierten Mitarbeiterschulungsprogrammen steht der Mensch im Vordergrund – egal ob Verkäufer oder Manager. Giuliano Favini sagte mir einmal sinngemäß: „Bei unseren Seminaren und Workshops geht es nicht darum das WIE des Verkaufens zu vermitteln, sondern das WARUM.“ Klingt philosophisch, triff den Nagel aber auf den Kopf.
  • Und auch bei neuen Wegen der Einbindung von Mitarbeitern in Innovationsprozesse zählt Logotel zu den Vorreitern. Im Hypermarkt „Auchan“ nahe Venedig etwa – mehr dazu in der Studie SALES DESIGN, S. 110 – trugen Angestellte jedweder Hierarchiestufe dazu bei, die Filiale mit neuen In-Store-Lösungen und Service-Angeboten attraktiver zu machen. Moderiert und konzipiert wurde diese kollektive Innovationsarbeit durch Logotel.

Ohne Zweifel, Logotel und die Gespräche mit Giuliano Favini und dessen Mitarbeitern haben meine eigene publizistische und beraterische Tätigkeit geprägt und tun es noch immer (siehe meine Studie und den Ansatz SALES DESIGN). Um so mehr freue ich mich, dass Logotel noch immer mutig genug ist, dem Business-Mainstream davon zu schwimmen und das zuweilen allzu graue Beratungsgeschäft zu inspirieren. Wer in diesen Tagen in Mailand weilt, sollte einen Abstecher in die Via Ventura machen.

Outro: Das Buch weconomy

1 Kommentar
  1. Ich hatte eine tolle Woche in Mailand! Moroso, Vitra und Delightfull waren meine Favoriten Marken! : )