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Erfolgsmodell CAP: Gewinn mit Sinn

caplogoAuf Seite 80 der Studie SALES DESIGN habe ich ein paar Worte zur Lebensmittelmarkt-Kette CAP verloren. Das Franchisemodell zeichnet sich durch seine außergewöhnliche integrative Leistung aus. Mit „Kundenkontakt statt Kugelschreiber-Werkstatt“ habe ich es versucht auf den Punkt zu bringen. Denn der personalstrategische Ansatz sucht seinesgleichen. CAP steht für „handicap“. Über die Hälfte der 1200 Mitarbeiter sind geistig oder körperlich behindert. Sie arbeiten in den deutschlandweit bald 90 Märkten hoch motiviert als Regaleinräumer und Kassierer, vor allem aber sind sie Ansprechpartner und immer im Dialog mit den äußerst zufriedenen Kunden der Supermärkte.

Für 2012 kündigt der Franchisegeber, die Genossenschaft der Werkstätten für behinderte Menschen Süd eG in Sindelfingen, fünf Neueröffnungen an. Gegenüber dem Handelsverband Baden-Württemberg e.V. sagte Geschäftsfeldleiter CAP Thomas Heckmann im Herbst letzten Jahres:

„Wir gehen in Flächen ab 300 Quadratmeter, bei denen mindestens 2000 Einwohner im fußläufigen Bereich leben. Wichtig auch: die zentrale Lage sowie vertretbare Mieten.“

Bald also kommen auch – aber nicht nur – ältere Menschen in Mannheim, Lünen, Hillscheid, Marzling und Pfungstadt in den Genuss der besonderen Serviceleistungen der CAP-Nahversorgermärkte. Dazu zählen u.a.

Tante Emma reloaded

Was oberflächlich betrachtet als enger Zielgruppenfokus auf ältere Menschen und „Abgeschnittene“ in strukturschwachen Regionen daherkommt, könnte schon bald ein Alleinstellungsmerkmal des Erfolgsmodells CAP sein: Tante Emma reloaded. Bei Kunden zwischen 35 und 70 Jahren sind ohnehin keine nennenswerte Unterschiede in der Beurteilung der Einkaufsstätte festzustellen, so die Ergebnisse der „60plus-Studie“, die ShopConsult by Umdasch in Zusammenarbeit mit der Universität Wien bereits 2008 durchgeführt hat.

Unter der CAP-Philosophie werden auch „CAPpucino“, ein Backshop und Instore-Café, betrieben (www.cap-markt.de).

Fazit: Wenn Corporate Social Responsibility (CSR) über selbstlose Philanthropie und regionales Sponsoring hinaus geht, dann wird der Händler zum Social Entrepreneur, der Gewinn mit Sinn produziert. Und klar ist auch: Eine stimmige Atmosphäre erhöht immer die Verweildauer, gute Orientierung sorgt für Wiederholkäufe, und geschultes, sensibles Verkaufspersonal hat erheblichen Einfluss auf die Kaufbereitschaft.