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Digitalisierte Werbeprospekte von kaufDa – Springer greift zu

kaufdaEs gibt viele neue digitale Wege zum Point-of-Sale. Aber kaum ein Start-up hat die Kaufanbahnung im Internet so deutlich auf den Punkt gebracht wie kaufDa (siehe SALES DESIGN, S. 31). Jetzt hat sich Axel Springer Anteile am Unternehmen unter den Nagel gerissen, obwohl auch Schwergewichte wie die Deutsche Post, Otto und Tengelmann mitgeboten hatten.

Denn es geht um nichts geringeres als den lukrativen Werbemarkt der Anzeigenblätter, die fast täglich in unserem Briefkasten landen – immer mehr aber auch sofort in der Altpapiertonne. 30 Millionen Euro, so wird kolportiert, hat Springer auf den Tisch gelegt und sich damit 74,9 Prozent der Anteile am Unternehmen gesichert. Die Gründer Christian Gaiser, Tim Marbach und Thomas Frieling bleiben weiterhin an Bord und zeichnen für das operative Geschäft verantwortlich (siehe Pressemitteilung vom 2.3.2011).

kaufDa zeigt, wie man die einfache, aber äußerst kundenfreundliche Brücke zwischen Offline- und Online-Welt schlägt: mit digitalisierten Werbeprospekten, eingebunden in den lokalen Kontext des Nutzers. Die Sonderpreise in der Umgebung des Kunden werden verortet, wie vom Papier gewohnt dargestellt und nach Kategorien geordnet – sei es direkt über das Internet oder über Applikationen für Smartphones und Tablets. Auch im Mobile-Couponing-Geschäft mischt kaufDa mittlerweile mit. 25 Prozent des Traffics auf kaufDa kommt von mobilen Endgeräten. 30 Prozent beträgt bereits der Umsatzanteil, den der kaufDa-Betreiber, die Juno Internet GmbH, über die mobilen Zugriffe erwirtschaftet.

Springer hofft nun, einen Fuß in jenes digitale Anzeigengeschäft zu bekommen, das ja eigentlich nur eine nutzerfreundliche Fortsetzung des analogen Geschäfts in den digitalen Raum ist. Neben der Automobilindustrie zählt der Handel zur größten Werbeklientel in den Publikationen des Axel Springer Verlags. Man darf also gespannt sein, wie kaufDa mit der Kraft von Springer im Rücken die Rolle der Neuen Medien am (und vor allem vor) dem Point-of-Sale prägen wird.

2 Kommentare
  1. Im Juni 2011 gewinnt kaufDa Peter M. Müller, den Sales Director „Nationaler Handel“ bei Axel Springer Media, für den Beirat. Man darf gespannt sein, wie sich dieses personelle Schwergewicht in der neuen digitalen Welt des Anzeigenverkaufs zurechtfindet und kaufDa namhafte Handelskunden zu akquirieren hilft. Der Experte für Vermarktung hat bei Axel Springer das Anzeigengeschäft mit dem deutschen Einzelhandel aufgebaut.