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Update: „Primark“ erobert Deutschland

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Vor dem Primark-Store drängeln sich die Schnäppchen-Shopper

Im Kapitel „Smart Basic“ der Studie SALES DESIGN (ab S. 42) berichten wir über die Notwendigkeit des Wandels im Billig-Discount. Der Textil-Discounter „Primark“ macht es seit Jahren in Irland und Großbritannien vor: billig bedeutet nicht gleich ramschig. Nachdem das Unternehmen erfolgreich mehrere Filialen in Spanien eröffnet hatte, wagte „Primark“ im Mai 2009 auch den Schritt nach Deutschland: auf 5400 qm gab Primark im Bremer Shopping-Center Waterfront sein Debut. Und kaum ein halbes Jahr später eröffnete im Frankfurter Nordwestzentrum der zweite „Primark“-Store Deutschlands.

Über drei Etagen bietet der Store ausreichend breite Laufwege, eine geordnete und ansprechende Wareninszenierung und ein wertiges Store-Design. Das einzige, was an Kik, NKD & Co. erinnert, sind die Preise: Jeans für 9 Euro, Shirts für 4 Euro. Die Waren sind farblich und nach Größen sortiert, Chaos am Ramschtisch kann praktisch nicht entstehen, da VerkäuferInnen durchgehend für Ordnung sorgen. Pro Tisch eine Verkäuferin, so scheint es. Die Menschenmassen, die auch noch zwei Monate nach Eröffnung die Frankfurter Filiale stürmen, verlieren sich in den breiten Laufwegen zwischen den Warenpräsentationen. Nur vor der Eingangstür herrscht hektisches Gedränge.

Nachdem ich mir zwei Shirts ausgesucht habe, wage ich mich zu den Umkleidekabinen und bin positiv überrascht: keine Warteschlange vor den Kabinen, nur eine Ansammlung von Menschen, die aber nicht anstehen. Ich werde sofort nach vorne gebeten und nach der Anzahl meiner Teile gefragt. Die Dame speichert „zwei“ auf einer elektronischen Chipkarte, mit der ich dann die Umkleidekabine betrete. Ein Wehmutstropfen ist nur – gerade für uns Frauen –, dass die beste Freundin, die zum möglichen neuen Kleidungsstück so gerne Ratschläge erteilt hätte, draußen bleiben muss.

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Das ausgeklügelte Kassensystem verhindert lange Wartezeiten

Einen Pluspunkt erhält dafür das Kassensystem bei „Primark“: Ärger darüber, sich an der falschen Schlange angestellt zu haben, wie so häufig schon erlebt bei H&M, kommt hier nicht auf. Die insgesamt 15 (!) Kassen sind durch ein Anstellsystem geregelt: Die Kunden werden durch eine Lautsprecheransage und eine Anzeigentafel zu der Kasse geschickt, die gerade frei geworden ist. Ein unglaublich zeitsparendes System – sobald sich die Kunden daran gewöhnt haben. Alles in allem hat mein Kaufabschluss – mit Einreihen ganz hinten in der Schlange des Anstellsystems bis zum Verlassen der Kasse – sechs Minuten gedauert. Diese Zeit brauchen die KassiererInnen von H&M teilweise nur alleine zum Entfernen der Sicherungen und Einpacken der Ware.

Bei „Primark“ bekommt der Begriff „Smart Basic“ eine neue Dimension: smart bedeutet hier vor allem clever durchorganisiert.

4 Kommentare
  1. Nach meinem letzten „Kontrollbesuch“ bei Primark im Nordwestzentrum Frankfurt war ich sehr enttäuscht. Vor allem im Tiefgeschoss sah alles ramschig aus. Das Sortiment zu „lesen“ war mir schlicht und ergreifend nicht möglich. Verkaufspersonal resp. Regalwächter standen eher hilflos herum. OK, es war Vorweihnachtszeit und viel los. Wenn mein Urteil aus SALES DESIGN aber Bestand haben soll, dann ist es ja gerade die souveräne Abwicklung der Kundenströme, die Primark auszeichnet – und zwar nicht nur an der Kasse, sondern auch in den Korridoren und an den Auslagen. Ich fühlte mich jedenfalls an alte Woolworth-Zeiten erinnert – auch was die Ware angeht.

  2. Am vergangenen Montag, den 6.12., eröffnete Primark endlich seine dritte Filiale in Deutschland – und zwar in Gelsenkirchen. Und wie sollte es anders sein: die Primark-Fans stürmten den Laden! Auf 5400 qm (!) drängelten sich die Kunden durch die Gänge, 42 Umkleidekabinen und 36 Kassen verhinderten lange Schlangen. Eine wahre Erfolgsgeschichte, die im nächsten Jahr auch in Hannover und Essen fortgesetzt werden soll.

  3. Ich bin von Primark Bremen total begeistert! Bei H&M hat man das Gefühl, dass die Verkäuferin nach Tagen bezahlt wird. Sie drehen ein Shirt 3x während man wartet. Bei Primark geht das zack zack. Noch dazu gibt es verschiedenen Größen. In manchen Läden ist M und L schnell ausverkauft. Das Einzige, was ich nicht so toll fand war, dass sich die Menschen teilweise um die Stücke schlugen. Sie kampierten mitten auf den Wegen oder zogen sich zwischen den Regalen um bzw an. Und wenn es nicht gefiel, wurde es einfach liegen gelassen. Habt ihr mal bei ebay reingeschaut? Da werden Taschen, die 6 – 11 Euro gekostet haben für 30 und mehr verkauft…..

  4. Es gibt den ersten Bus, der die Primark Fans zu Primark fährt, den Primarkbus.
    Mit einem Begrüßungssekt wird die Fahrrt begonnen, mit Damen unterschiedlichster Altersklassen startete am 8. Mai die Jungfernfahrt von Koblenz nach Frankfurt. Beladen mit Tüten fuhren 43 glückliche Damen dann wieder um 15 Uhr zurück.

    Ein gelungenes Unterfangen, und dies alles für einen Fahrpreis von 15 Euro, alles für den kleinen Geldbeutel.