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Mix-Markt: der Nischen-Supermarkt

Der Discountbereich im Lebensmitteleinzelhandel ist in Deutschland so gut wie ausgereizt. Inzwischen sind die Unterschiede der großen Handelsketten so gering, dass sie sich sogar untereinander auf Preisabsprachen verständigt haben sollen. So lautet zumindest der aktuelle Verdacht. Neben Hard-Discountern wie Aldi oder Lidl, aber auch Supermarktketten wie Edeka oder Rewe scheint kein Platz für neue Supermarktkonzepte. Das Gegenteil beweisen die „Mix-Märkte“, die bewussst eine Nische im LEH besetzen und sich auf Lebensmittel und Produkte aus Osteuropa spezialisieren.

Die Geschichte der „Mix-Märkte“ ist eine Erfolgsstory, die seit über zehn Jahren anhält. Artur Steinhauer, Peter Schuju und Waldemar Völker wunderten sich in den 1990er Jahren, dass es unzählige türkische Gemüse- und Obstläden in Deutschland gab, doch kaum ein Geschäft, in dem man russische und weitere osteuropäische Produkte erhielt. Die Geschäftsidee des „Mix-Marktes“ war geboren. 1996 schlossen sich die Unternehmer zur „Monolith“-Gruppe zusammen, ein Jahr später eröffnete der erste „Mix-Markt“ in der Kleinstadt Oerlinghausen in Nordrhein-Westfalen. Inzwischen ist die Anzahl der „Mix-Markt“-Filialen auf 83 deutschlandweit angewachsen, der Umsatz beträgt 144 Millionen Euro jährlich. „Mix-Märkte“ werden nur an Standorten eröffnet, an denen ein großer Bevölkerungsteil aus Osteuropa stammt. Geplant ist, mit 300 Filialen in ganz Deutschland vertreten zu sein.

Die „Mix-Märkte“ grenzen sich bewusst von anderen LEH-Unternehmen ab. „Zwar führen auch einheimische Ketten russische Lebensmittel, jedoch kennen nur die wenigsten Wettbewerber die Bedürfnisse der osteuropäischen Kunden“, sagt Eugen Henning, Geschäftsführer der „Mix GmbH“. Die Mitarbeiter der „Mix-Märkte“ beherrschen alle die russische Sprache, um die Kunden kompetent beraten zu können. Und die Etiketten der Produkte sind natürlich in kyrillischer Schrift.

Wie die türkischen Obst- und Gemüseläden besetzen auch die „Mix-Märkte“ mit ihrem osteuropäischen Produktangebot eine Nische im deutschen LEH. Das Besondere: Sind kleine Migrantenläden in der Regel in privater Hand, schaffen die Gründer der Mix-Märkte den erfolgreichen Schritt zur Supermarkt-Kette, die auf europaweitem Expansionskurs ist.