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H&M entdeckt die Nische: neue Filialkonzepte des Textilgiganten

Hier im Blog beschäftigten wir uns schon mit der Erfolgsstrategie des irischen Textil-Discounters „Primark“. Aber so einfach lässt sich „H&M“ auf dem Smart-Basic-Segment nicht den Rang ablaufen. Der Textilgigant gönnte sich schon mit den „COS“-Stores europaweit ein Upgrade: mit edler Designer-Mode zu erschwinglichen Preisen revolutionierte „H&M“ wieder einmal den Smart-Basic-Markt (mehr dazu in SALES DESIGN ab S. 42). Doch die kreativen Köpfe von Hennes & Mauritz denken weiter: nämlich weg von einem überholten Warenhauskonzept à la „Alles unter einem Dach“ hin zu kleinen, spezialisierten Boutiquen.

Nachdem „H&M“ im Frühjahr 2008 die Modegruppe „Fabric Scandinavien“ übernommen hat, geht das Unternehmen mit seinen neuen Filialen auf Expansionskurs. „Monki“ und „Weekday“ heißen die Filialkonzepte, die seit November 2009 in Hamburg auf die Deutschland-Probe gestellt werden.

Und was unterscheidet nun „Monki“ und „Weekday“ von anderen Smart-Basic-Mode-Stores? Allein das Store-Design der „Monki“-Filialen in Hamburg und auch in Essen ist außergewöhnlich: klare Formen und Muster werden gepaart mit schrillen Neonfarben. Auf 500 qm fühlt man sich wie in einer avantgardistischen Modeboutique, nur die Preise erinnern an „H&M“. Die Kollektionen von „Monki“ richten sich an modebewusste junge Frauen mit einem Hang zu mutigen Farben.

Anders „Weekday“, direkt neben dem „Monki“-Store in Hamburg: „Weekday“ besticht durch ein puristisches Design, neben vielen Glasflächen dominiert die Farbe weiß. „Weekday“ bietet businesstaugliche, urbane Mode für Männer und Frauen an. Neben der hauseigenen Marke „MTWTFSS“, arbeitet „Weekday“ auch mit verschiedenen Designern zusammen: mit Carin Wester, Nhu Duong und jüngst Stine Goya. Einheitsgrößen und Allerweltskollektionen sind hier Tabu. In einigen Stores in Schweden finden die Kunden „storemade collections“: von Designern kreiert, exklusiv nur in diesem Store erhältlich. Und der Shop in Göteborg verwandelt sich in regelmäßigen Abständen in eine Galerie: Dort wurden schon Fahrräder und Fotos ausgestellt. Individualität ist Trumpf – sogar auf den Smart-Basic-Märkten.


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