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Die „Best Buy“-WG als Innovationsschmiede

In der Studie SALES DESIGN finden Sie Beispiele zu innovativen Mitarbeiterschulungsprogrammen (S. 94, Kap. Business Communities). Und auch neue Wege der Einbindung von Mitarbeitern in den Innovationsprozess stellen wir Ihnen mit dem Beispiel des Hypermarktes „Auchan“ nahe Venedig vor. Dort nämlich trugen rund 200 Angestellte jedweder Hierarchiestufe dazu bei, die Filiale mit neuen In-Store-Lösungen und Service-Angeboten attraktiver zu machen. Moderiert und konzipiert wurde diese kollektive Innovationsarbeit, die im Grunde ein Change-Prozess ist, durch das italienische Unternehmen „Logotel“. Im lesenswerten Blog von Förster & Kreuz wurde ich nun auf ein weiteres kreatives Modell der Innovationsarbeit im Einzelhandel aufmerksam: Der US-amerikanische Elektronik-Einzelhändler „Best Buy“ packt Mitarbeiter (zeitlich befristet) in eine Wohngemeinschaft.

Natürlich nicht irgendwelche Mitarbeiter und nicht als Zwangsmaßnahme. Dennoch aber scheint der Ansatz zu fruchten. Wie Förster & Kreuz schreiben, suchte die Firma bereits viermal Verkaufsmitarbeiter zwischen 25 und 35 Jahre, die bereit waren, nicht nur gemeinsam zu arbeiten, sondern auch gemeinsam zu leben. Man mag diesen Ansatz als neo-tayloristisch bezeichnen (denn auch nach „Feierabend“ sollte natürlich über die Firma nachgedacht werden), aber einer modernen Auffassung von kreativer Arbeit kommt er allemal näher als Wochenend-Schulungen in staubigen Seminarhotels.

„Best Buy“ nämlich stellte den Firmen-WGlern auch eine Aufgabe. Sie sollten mit Unterstützung eines Ideen-Coachs neue Lösungen für den Point-of-Sale und die Kundenansprache entwickeln. Am Frühstückstisch denkt es sich eben leichter. Und gute Ideen kommen einem bekanntlich in der Dusche.

Mir ist nicht klar, ob die beteiligten Personen überhaupt auch ihrer „regulären“ Arbeit nachgehen mussten. Ist auch zweitrangig. Denn „Best Buy“ finanzierte die volle Lohnfortzahlung und – so ist anzunehmen – neben den externen Projektkosten auch Miete und Unterhalt. Anders kann ich mir die genannten 75.000 Dollar plus Gehälter pro WG nicht vorstellen. Methodisch durchdacht und angeleitet ist das Ganze durch das Unternehmen UpStart.

Welche Idee der Firmen-WG-Bewohner von „Best Buy“ bereits kostengünstig umgesetzt wurde, lesen Sie direkt bei Förster & Kreuz oder in der Primärquelle Businessweek.