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Die Werkstätten Flade: Mit Unikaten auf Erfolgskurs

In der Studie SALES DESIGN beschreiben wir im Kapitel „Handmaderia“ eine Shop-Avantgarde, die den Trend zum Selbstgemachten und Handgefertigten in neue Point-of-Sale-Lösungen umsetzt. Der Mut der Kreativen eigene Wege zu gehen, hat sich auch für die Werkstätten Flade in Olbernhau im Erzgebirge bezahlt gemacht: Kerstin Drechsel, gelernte Museologin in einem Spielzeugmuseum, wagte in den 1990er Jahren den Schritt aus der Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit. In der Wohnung iher Eltern richtete sich Kerstin Drechsel zu Beginn eine kleine Werkstatt ein, in der sie in Handarbeit Weihnachtsfiguren aus Holz fertigte. Durch Mundpropaganda wussten immer mehr Menschen im 13.000-Seelen-Dorf und in der näheren Umgebung über die handgefertigten Figuren Bescheid und verschiedene Läden begannen, ihre Holzarbeiten anzufragen.

Inzwischen befinden sich die Werkstätten Fladen in einem geräumigen Haus, das Werkstatt, Musterzimmer und Verkaufsraum vereint. Die ehemals arbeitslose Museologin ist Chefin von zwölf Mitarbeiterinnen, die in diffiziler Handarbeit die Holzfiguren anfertigen. Die einzelnen Holzteile stammen von einhemischen Baumbeständen, werden per Hand bearbeitet und zusammengesetzt sowie handbemalt. Die Werkstätten Flade beliefern heute circa 1500 Fachgeschäfte weltweit. Und die Kunden sind gerne bereit für diese Unikate mehr zu zahlen als für 08/15-Weihnachtsnippes von der Stange.