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Mazooka – die transparente Shirt-Werkstatt

Das Berliner Designer-Label Mazooka bringt 3D-Grafiken auf T-Shirts. Selbstverständlich lässt sich die aktuelle Kollektion „Interference“ über einen Webeditor individuell gestalten und alle T-Shirts sind über den Webshop zu kaufen. Zentraler Bestandteil des Shopkonzepts ist allerdings die Transparenz der Produktionsstätte am tatsächlichen Point-of-Sale, das Mazooka Studio im Berliner Szeneviertel Prenzlauer Berg. Der Kunde soll miterleben, wie seine Kleidung mit seinem ausgesuchten Design gestaltet wird. Im Laden sitzen meist zwei Mitarbeiter, die am Ladentisch den Editor und die Druckmaschine bedienen, die Kunden beraten und gleichzeitig die Druckaufträge bearbeiten. Man kann also zum einen individuell sein gewünschtes Motiv am Bildschirm kreieren und zum anderen die Kleidungsstücke, die bedruckt werden sollen, anfassen und anprobieren. Entworfen wird am Bildschirm, produziert an den Druckmaschinen per Hand. Damit unterscheidet sich das Label von etablierten T-Shirt-Bedruckern wie Spreadshirt oder A-better-tomorrow, die ausschließlich auf den Vertriebsweg Internet setzen. Ein Großteil des Umsatzes generiert Mazooka über den stationären Shop.

Das Besondere: Online-Shops für mass-customized Shirts gibt es en masse, „Mazooka“ holt dieses Konzept mit einem Studio vor Ort wieder in die Offline-Welt zurück.

Mazooka 1 Mazooka 2 Mazooka 3 Mazooka 4

Gründung: 2003
Mitarbeiter: ein Geschäftsführer, sieben Mitarbeiter
Ladenadresse: Kastanienallee 34, 10435 Berlin
Homepage: www.mazooka.de
Social Networks: Mazooka auf Facebook

Das Zukunftsinstitut sprach mit Marita Jablonski, zuständig für die Organisation und Verkauf im Studio.

Interviewerin: Ani Ohanian
Datum: 10.07.2009
Ort: Berlin
Mitschrift des Gesprächs

Die Geschichte
Den Designer-Label „Mazooka“ gibt es seit 2003. Der Designer und Inhaber des Geschäfts ist Hanno Bäucker. Er ist Inhaber einer Grafik-Agentur und wollte sich mit dem Label neben seinem kommerziell ausgerichteten Berufsalltag ein freies Feld schaffen, wo er seiner Kreativität freien Lauf lassen kann und keinen kommerziellen Zwängen von Außen (Auftraggebern) ausgesetzt ist.
Zunächst wurde Kleidung des Labels im „Best Shop“ in Berlin Mitte verkauft, wo auch andere Berliner Design-Labels vertreten waren. 2006 wurde ein eigener Shop in der Kastanienallee (Prenzlauer Berg) eröffnet, der zugleich als Werkstatt dient. Die Intention einen eigenen Laden zu eröffnen bestand darin, mehr Raum zu haben, um die Kleidung sowohl zu produzieren als auch zu verkaufen. Im Mittelpunkt stand der Gedanke: Mehr Transparenz für den Kunden. Er sollte miterleben, wie seine Kleidung mit seinem ausgesuchten Design gestaltet wird. Im Laden sitzen meist zwei Mitarbeiter, die am Ladentisch den Editor und die Druckmaschine bedienen, die Kunden beraten und gleichzeitig die Druckaufträge bearbeiten.
Das Design von „Mazooka“ zeichnete sich in den ersten Kollektionen durch seine 3Dimensionalität aus : Die Grafik ist nicht nur vorne auf dem T-Shirt platziert, sondern breitet sich über die Schulter bis zum Rücken aus. Laut M. Jablonski war „Mazooka“ der erste Design-Label, der 3D Grafiken für T-Shirts anbot.

Das Konzept:
1. spezielle Ästhetik durch 3D-Design
2. Individualität durch Customization
3. Transparenz durch offene Produktionsstätte
Die aktuelle Kollektion heißt INTERFERENCE und zielt darauf ab, Kunden die Möglichkeit einzuräumen, aus vorgegebenen Grafikelementen, ein persönliches Druckmuster zusammenzustellen und es auf ein T-Shirt drucken zu lassen.  Zur Auswahl stehen Frisuren und Accessoires unterschiedlicher Modestile des 20. Jhd. Mit Hilfe eines Editors, der im Laden steht, kann man sich aus den unterschiedlichen Frisuren, Sonnenbrillen etc. eine Gesichtssilhouette zusammenstellen. Der Kunde kann das T-Shirt mit seinem persönlichen Druckmotiv in der Regel nach 1,5 Stunden im Laden abholen.
Die Grafik, die dabei entsteht wird auf T-Shirts gedruckt, die man im Shop kaufen kann. Wichtig bei den T-Shirts: der Nachhaltigkeitsgedanke. So bot man zunächst T-Shirts der Marke American Apparel an. Man sei aber vor kurzem auf Continental Clothing umgestiegen, da es nicht mehr gewährleistet sei, dass American Apparel tatsächlich 100% in den USA produzieren lässt.  Auch sei man – der Umwelt zuliebe – von Baumwollshirts auf Bambusshirts umgestiegen.

Das Internet
Das Internet ist für „Mazooka“ sehr wichtig, weil ein Teil des Umsatzes im Webshop gemacht wird. Aus der INTERFERENCE-Kollektion kann man  sich mit Hilfe eines Online-Editors sein persönliches Motiv zusammenstellen und das T-Shirt online kaufen. Das besondere am Online-Angebot: passend zu dem zusammengestellten Style wird ein Mp3-Track (elektronischer Sound) zusammengestellt, den man sofort nach dem Kauf downloaden kann. Obwohl das Internet für „Mazooka“ sehr wichtig ist, steht der Laden im Mittelpunkt des Interesses, weil hier mehr Bestellungen eingehen und mehr Umsatz generiert wird.

Die Zukunft
Der Laden soll in Kürze so umgestaltet werden, dass der Editor den Mittelpunkt des Ladens ausmacht. Für den Kunden, der den Laden betritt, soll schneller klar sein, was hier gemacht wird und wie  der Laden funktioniert. Die Umgestaltung soll für eine klare Struktur des Ladens und ein besseres Verständnis beim Kunden sorgen und gleichzeitig den Arbeitsprozess im Laden transparenter machen.


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