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Buch & Wein – ein mediterraner Kombi-Shop [Interview]

„Buch & Wein“ in Frankfurt kombiniert Buch- und Weinhandlung in einem Laden. Entscheidend dabei ist, dass es nicht um irgendwelche Weine geht, sondern „nur“ um Weine aus Spanien und Portugal, die Gabrielle Rittig selbst vor Ort entdeckt hat. Das Zukunftsinstitut sprach mit der Geschäftsführerin.

Auch die Ladengestaltung steht unter dem Einfluss Südwesteuropas. Das Buchsortiment ist zugespitzt auf die kulinarischen und touristischen Genüsse entlang des Rebensaftes. Alles dreht sich um die Frage, welches Buch man gerne zu einem Glas Wein lesen möchte. „Buch & Wein“ ist ein individuelles Konzept, das stark von den Ideen und Interessen der Besitzerin gestaltet wird: Sowohl die Weine als auch die Bücher sind zum größten Teil von Gabriele Rittig selbst „erlesen“.

Das Besondere: ein von individuellen Interessen geleitetes Ladenkonzept, das zwei unterschiedliche Branchen optimal kombiniert.

Buch und Wein 1 Buch und Wein 2 Buch und Wein 3 Buch und Wein 4

Das Zukunftsinstitut sprach mit Gabriele Rittig (GR), der Geschäftsführerin von „Buch & Wein“.
Ladengründung: Frühjahr 2007

Mitarbeiter: Geschäftsführerin, zwei festangestellte Mitarbeiter, zwei Aushilfen
Ladenadresse: Berger Straße 122, 60316 Frankfurt

Homepage: www.buchundwein-ffm.de

Interviewerin: Janine Seitz (ZI)
Ort: Frankfurt
Datum: 07.08.2009
Dauer: ca. 30 Minuten

ZI: Wie kamen Sie auf die Idee diesen Laden aufzumachen, obwohl Sie doch eigentlich Rechtsanwältin sind? Was ist Ihr Konzept und was macht Ihren Laden einzigartig?

GR: Konzept ist vielleicht ein wenig hoch gegriffen, weil ich mir nicht sicher bin, ob wir je ein Konzept hatten. Das hat sich mehr so ergeben, aus verschiedenen Zufällen. Ich habe früher schon relativ lange mit meinem Mann zusammen Wein aus Spanien importiert, aber nicht um damit einen Laden aufmachen, sondern mehr für Privatkunden. Meine damalige Partnerin, die auch hier im Laden arbeitet, hatte einen Beruf, bei dem sie nur drei Wochen im Monat arbeiten musste und sie hatte das Gefühl, diese freie Woche könnte sie doch irgendwie sinnvoll nutzen. Wir waren beide in einem Alter, wo einem das eigentliche Metier nicht mehr so viel Spaß macht und wir dachten, entweder machen wir jetzt etwas Neues oder nie. Fünfzig ist so ein Alter, da kommt so etwas zum Tragen. Es ergab sich dann aus reinem Zufall, dass sich dieser Laden, der früher eine etwas anders strukturierte Buchhandlung war, aufgelöst hatte. Das Konzept des früheren Inhabers war mehr in Richtung: Buch und Billig. Teilweise gab es Antiquitäten und die Struktur war etwas chaotisch. Es schien aber ganz gut zu laufen, weil in der Berger Straße alles mehr oder weniger gut läuft. Ich war in dem Laden lange Zeit Kundin und kannte die Frau des Inhabers aus meiner Anwaltstätigkeit. Sie erzählte mir, dass ihr Mann aufhören will, den Laden zu betreiben. Mein Mann wollte schon immer einen Laden für unseren Wein haben. Das war sein Traum, der Anfangs bar jeder Realität schien, aber als mir die Frau sagte, dass sie den Laden zumachen wollen, habe ich meine Freundin gefragt, ob sie sich in ihrer freien Woche vorstellen könnte, dort zu arbeiten. Wir haben nachgedacht und mit dem vorigen Eigentümer geredet.
Die Idee ergab sich dann mehr oder weniger wieder durch Zufall, die Bücher mit dem Wein zu kombinieren. Bücher waren schon im Laden drin und Wein hatten wir. Wir wollten nicht noch eine Buchhandlung aufmachen. Ganz ursprünglich hatten wir gedacht, wir übernehmen die Buchhandlung einfach, um nicht viel investieren zu müssen, aber als wir uns den Laden näher angeschaut haben, dachten wir: Nein, das ist nicht unser Ding. Es stellte sich heraus, dass wir wahrscheinlich ziemlich viel umbauen mussten und deswegen konnten wir auch gleich den ganzen Laden renovieren.
Da es hier drei oder vier andere Buchhandlungen gibt, mussten wir uns etwas anderes ausdenken, sonst hätte es keinen Sinn. Viele Buchhandlungen sehen  irgendwie gleich aus, finde ich. Am Anfang hatten wir sogar einen Buchhandlungsausstatter, weil ich eine Freundin in Spanien habe, deren Firma Buchhandlungen gestaltet. Sie hat uns ein Konzept vorgestellt, das uns überhaupt nicht überzeugte, weil es genau so wie alle anderen Buchhandlungen war. Es gab zwar noch ein Regal für unseren Wein, aber es gefiel uns trotzdem nicht. Von den Kosten will ich gar nicht reden. Ich fand das ganze Konzept viel zu gesichtslos.

ZI: Haben Sie den Laden dann selbst gestaltet?

GR: Ja, und weil wir spanischen Wein anbieten wollten, musste der ganze Laden einen mediterranen Anstrich haben, damit die Leute reinkommen, weil es außergewöhnlich ist. Wir hatten einen sehr guten Fliesenleger, der auch eigene Ideen mit einbrachte. Er verlegte im ganzen Laden südliche Fliesen. Dadurch entstand sofort ein südliches Ambiente. In dem Laden gab es lauter Treppen und komische Mauern, die einfach irgendwo standen. Der Fliesenleger hat sogar ein bisschen Weinumgebung eingebaut. Die Leute sollen, wenn sie in unseren Laden kommen, Atem holen und wie in eine andere Atmosphäre eintreten. Der Fliesenleger hat es gut hinbekommen, muss ich sagen.
Bei dem Namen hat uns auch jemand geholfen. „Buch und Wein“ hat beides etwas Erlesenes. Bücher liest man und Wein erliest man auch. So kamen wir auf den Namen, der gleichzeitig unser Konzept ist. Man versucht, was eigentlich bei Büchern kaum möglich ist, aus dem Mangel ein Konzept zu machen. Wenn du nicht alles haben kannst, musst du das nehmen, was dich wirklich überzeugt. Dadurch kann man der Sache einen individuellen Anstrich geben und auch dem Kunden ehrlich sagen: Tut mir leid aber wir haben eben nicht alles. Wir haben nur Weinsorten, die wir selber ausgesucht und getrunken haben. Wir wissen, wo sie herkommen.
Bei den Büchern versuchen wir zumindest, zu jedem Buch etwas sagen zu können. Das kann man nie ganz schaffen, dazu ist das Gebiet viel zu groß und zu unübersichtlich. Es hat sich aber, zu meiner großen Freude, gezeigt, dass unsere Angst, die wir am Anfang hatten, dauernd würden Kunden in unseren Laden kommen, die etwas wollen, was wir eben nicht haben, erstaunlicherweise völlig unbegründet war. Unsere Idee wurde sehr gut angenommen. Vielleicht auch weil, wenn man in einen großen Buchladen geht, wird man von der Masse der Bücher fast erschlagen. Die Leute sind erstaunlich dankbar dafür, dass man ihnen die Bücher sozusagen schon vorsortiert hat.

ZI: Hugendubel arbeitet nach dem Prinzip: Man bestellt ein Buch vorher und holt es im Laden einfach nur noch ab.

GR: Diesen Service bieten wir auch. Alles was man bei uns bestellt, bekommt man natürlich auch. Aber das, was den Kunden offensichtlich glücklich macht, ist, dass er die Bücher vorsortiert bekommt. Es hat sich herausgestellt, dass unsere Kundschaft und wir uns ein bisschen ähneln. Oft kommen Kunden herein und sagen: „Sie haben ja genau meinen Geschmack“, ohne dass wir das als Konzept so geplant hätten. Du kannst nichts anderes, als das was du bist. Mit dem Mut gnadenlos individuell zu sein und sich nicht nach anderen Meinungen zu richten, funktioniert es anscheinend recht gut. Außerdem sage ich mir immer, wenn es in die Hose geht, geht es halt in die Hose. Man hat dann auch nicht viel verloren, sondern nur gelernt. Oder wenn man nicht so viel über alles nachdenkt. Am Anfang gab es einen Punkt, an dem haben wir uns überlegt, sollen wir wirklich anfangen zu rechnen und alles bis ins Hinterste zu durchdenken, weil genau dann machen wir es wahrscheinlich nicht. Man muss ein bisschen Risiko eingehen und denken: Nach mir die Sinnflut. Es ist ja nur Geld, das man verlieren kann. Ich glaube, dass ist vielleicht auch eine Altersfrage. Wir müssen das machen, was wir können und wenn es nicht funktioniert, ging es halt einfach nicht.

ZI: Die Weine kaufen Sie vor allem in Spanien oder Portugal. Woher kaufen Sie die Bücher?

GR: Im Prinzip genau so, wie es alle Buchhandlungen machen. Teils über das Barsortiment, teils über die Verlage. Dadurch, dass wir Wein anbieten, versuchen wir auch bei den Büchern möglichst viel Kompatibilität herzustellen: z.B. Wein und Kochen, Wein und Reisen und alles was im weitesten Sinne Genuss ist, bietet sich da an. Wir überlegen, welches Buch man gut zu einem Glas Wein lesen könnte. Welche Assoziationen verknüpfe ich mit Wein, z.B. auf einer südlichen Terrasse zu sitzen, ein Glas Wein zu trinken und ein Buch dazu zu lesen, ist, finde ich, ganz passend. Wenn ich nach Hause komme, möchte ich etwas Gutes kochen und daran schließt sich natürlich ein bisschen Tischkultur und Design. Das bieten wir jetzt auch in unserem Laden an.
Der Rest ist learning by doing. In dieser Gegend gibt es z.B. relativ viele schwangere Frauen und meine Mitarbeiterin hat ein besonderes Faible für Kinderbücher. So kamen wir auf die Idee, auch Kinderbücher zu verkaufen. Bei uns gibt es nur schöne Kinderbücher, die wir selbst ausgesucht haben. Für Kinder gibt auch sehr schöne Bilderbücher, die sehr ästhetisch sind.

ZI: Das ist dann aber auch Ihre individuelle Entscheidung?

GR: Ja klar. Wir sagen natürlich auch bei manchen Sachen: Nein, das gefällt uns nicht, auch wenn sich das hundertmal verkaufen wird. Bei den „Feuchtgebieten“ ist es uns allerdings nicht gelungen.

ZI: Haben Sie dieses Buch in Ihrem Laden angeboten?

GR: Ja und verkauft haben wir es auch wie blöd, obwohl ich zu manchen Kunden gesagt habe: „Kaufen Sie dieses Buch bitte nicht!“

ZI: Was verkaufen Sie mehr? Bücher oder Wein?

GR: Bücher, wobei der Wein in letzter Zeit anteilig sehr stark zugelegt hat. Wir haben am Anfang, sicher weil es hier davor schon eine Buchhandlung gab, 75% Bücher und 25% Wein verkauft. Jetzt hat sich der Wein auf 35-40% des Verkaufs etabliert.

ZI: Also hat in dem Sinne eine Veränderung statt gefunden?

GR: Ja.

ZI: Organisieren Sie Veranstaltungen in Ihrem Laden, z.B. Lesungen, oder Weinproben?

GR: Ja, wir haben am Anfang relativ viele Lesungen mit unseren Freunden gemacht. Jetzt veranstalten wir immer mehr Verkostungen, weil es inzwischen viele Kunden gibt, die anderen Leuten eine Verkostung zum Geburtstag schenken wollen. Das gab es am Anfang weniger, weil es eine Zeit braucht, bis sich so etwas herum gesprochen hat. Wir haben jetzt eine schöne Don Quijote-Lesung. Das gesamte Buch angelegt auf zweieinhalb Jahre. Ein alter Freund vom Hessischen Rundfunk liest es vor. Es hat sich gezeigt, dass ein Netzwerk wichtig ist. Dass man viele Leute kennt, macht viel aus, wenn man sich von anderen unterscheiden muss.

ZI: Seit wann betreiben Sie Ihren Laden?

GR: Seit zweieinviertel Jahren.

ZI: Was haben Sie in dieser Zeit verändert?

GR: Wir haben viel mehr Waren, als am Anfang. Erstens ist es eine Kostenfrage und zweitens muss man erstmal die Schwerpunkte, welche die Kundschaft setzt, herausfinden. Man sollte, gerade beim Wein, sich auf ein Land spezialisieren. Das halte ich für sehr sinnvoll, weil man dann davon wirklich etwas versteht. Natürlich muss man von Zeit zu Zeit das Sortiment erweitern, damit es immer etwas Neues für den Kunden zu sehen gibt. Gerade wenn man Stammkunden hat, muss man den Laden oft verändern, sonst wird es schnell langweilig.

ZI: Reisen Sie persönlich nach Spanien, um vor Ort die Weine herauszusuchen?

GR: Ja, wir haben eine Wohnung in Spanien, weil wir das schon seit Jahren machen. Man lernt diesen Auswahlprozess erst mühsam und wir sind da auch noch keine Profis. Da geht es auch nach dem Prinzip learning by doing. Wir bekommen öfters Empfehlungen. Dann fahre ich nach Spanien und schaue mir das an, weil ich es für sinnvoll halte und die Leute mehr Vertrauen in das Produkt haben, wenn man dafür die Hand ins Feuer legen kann, weil man persönlich dort war, wo der Wein hergestellt wird. Dann kann man ihnen das erzählen und man steht natürlich hinter dem Produkt. Ich kann kein Produkt verkaufen, hinter dem ich nicht stehe. Da kann man so gut geschult sein, wie man will, es ist einfach nicht dasselbe.

ZI: Wie werden Ihre Mitarbeiter geschult? Ihr Personal muss sich mit Wein doch genau so gut auskennen wie Sie.

GR: Den Wein verkaufen wir hauptsächlich selber. Es gibt Schwerpunkttage. Wein verkauft sich meistens abends. Wir haben lange geöffnet und tagsüber verkaufen wir meistens nicht so viel. Wenn die Leute nach Hause kommen und noch etwas für das Abendessen brauchen, schauen sie in unserem Laden oder am Wochenende, wo sie oft mit dem Auto kommen und gleich eine ganze Kiste mitnehmen. Unsere Angestellten sind eigentlich gelernte Buchhändler, weil sie leichter zu finden sind. Leute die sich im Weinbereich auskennen, findet man nur sehr schwer. Wir haben eine Dame, die vorher in einer Weinhandlung, die hier in der Nähe war, gearbeitet hat. Die gibt es aber nicht mehr. Sie arbeitet samstags, zu unserer Hauptverkaufszeit. Ansonsten bringen wir unseren Angestellten die Weinkenntnisse nach und nach bei.

ZI: Wie viele Mitarbeiter haben Sie?

GR: Wir haben eine Vollzeit-Angestellte, eine andere, die vom Arbeitsamt gefördert wird und gelernte Buchhändlerin ist. Sie arbeitet 20 Stunden pro Woche und hat erfreulicherweise in Neuseeland schon mal auf einem Weinberg gearbeitet. Das ist eine glückliche Fügung. Alle Mitarbeiter müssen natürlich eine Affinität zu Wein mitbringen. Wenn das jemand ist, der eigentlich gar keinen Wein trinkt, ist es schlecht. Eine Mitarbeiterin ist formell ausgestiegen, macht aber immer noch mit. Natürlich arbeitet mein Mann auch hier im Laden. Er macht oft die Verkostungen. Wir haben zur Zeit zwei feste Angestellte und zwei Aushilfen.

ZI: Schicken Sie Ihre Mitarbeiter auf irgendwelche Schulungen?

GR: Nein, aber da muss ich schauen, ob sich das vielleicht einmal anbietet. Natürlich ist das auch eine Geld- und Zeitfrage. Bei aller Liebe, reich wird man mit dem Laden nicht so schnell. Es sei denn eine Bank gibt einem viel Geld, aber die Banken geben im Moment kein Geld. Irgendwann finanziere ich meinen Mitarbeitern einen Betriebsausflug nach Spanien oder so.

ZI: Das wäre natürlich die beste Schulung, die es geben kann.

GR: Man muss auch sehr viel selber da sein. Die Kundschaft möchte letztendlich mich haben. Das ist für sie Entertainment.

ZI: Welche Rolle spielt für Sie das Internet?

GR: Wir haben einen Online-Shop mit unserer Zweitfirma. Die zweite Firma, kümmert sich nur um den Wein. Unser Laden ist auf der Website der Zweitfirma verlinkt. Auf unserer Website stehen alle Veranstaltungen und Neuheiten. Das wird ganz gut angenommen, habe ich das Gefühl. Wir haben auch Flyer gemacht.

ZI: Verkaufen Sie auch Produkte über Ihren Online-Shop?

GR: Eher weniger. Der Online-Shop dient mehr der Information. Online-Verkauf ist extrem kompliziert. Gerade im Weinhandel ist die Konkurrenz zu groß. Man muss zu viel investieren, um in den Suchmaschinen ganz oben zu stehen. Das lohnt sich nicht für uns.

ZI: Planen Sie Erweiterungen, wie z.B. einen Blog auf Ihrer Website?

GR: Einen Blog glaube ich nicht. Natürlich kann man die Homepage immer noch ein bisschen verbessern. Aktuellere Themen und Verlinkungen z.B., aber das ist natürlich eine Zeitfrage. Ich muss erst einmal lernen, wie ich die Website gestalten kann, weil bisher habe ich die Texte einem Freund geschickt, der sie dann auf die Website gestellt hat. Ich finde es als Unterstützung für den Laden gut. Aber vom Konzept ist der Laden auch nicht so aufgebaut.

ZI: Was planen Sie für die Zukunft? Wird es irgendwelche besonderen Veränderungen geben?

GR: Ich will unseren Veranstaltungssektor etwas besser planen und gestalten. Wir machen teilweise auch Veranstaltungen vor unserem Laden, aber der Platz davor ist noch nicht richtig schön. Wenn ich mal wieder Geld habe, spende ich dem Haus einen Fahrradständer und mache den Vorplatz etwas hübscher. Wir versuchen, obwohl es der Sache immanent ist, auf unsere Themen etwas mehr einzugehen. Gerade in der Buchhandlung versuchen wir zu vernetzen und wir machen z.B. jetzt eine Woche Rioja oder suchen aus der Literatur alle möglichen Bücher, die etwas mit Wein zu tun haben und machen eine gezielte Lesung: z.B. Edgar Allen Poe „Das Fass Amontillado“ und dazu eine Sherry-Verkostung. Da gibt es noch viel, was man machen könnte.

ZI: Sind Sie immer noch Vollzeit-Rechtsanwältin?

GR: Eigentlich ja, aber das Gute an meinem Job ist, dass man sich das so einteilen kann, wie man will. Ich mache sicher weniger als Anwältin, als früher und das Gute daran ist, dass der Laden praktisch eine Entspannung zu meiner Rechtsanwaltstätigkeit ist. Es macht mir nichts aus, abends noch zwei Stunden hier im Laden zu arbeiten. Anstatt Freizeit zu haben, mit der ich nichts anzufangen weiß. Workaholic muss man, glaube ich, schon sein, sonst geht das nicht. Wenn sich irgendwann mal herausstellt, dass der Laden so gut läuft und mir die Anwaltstätigkeit keinen Spaß mehr macht, dann kann ich einfach wechseln. Manchmal merkt man, dass das, was man schon aufgeben wollte, wie jetzt bei mir die Anwaltstätigkeit, doch gar nicht so schlecht ist und dass es dort auch viele interessante Sachen gibt. Man hat das Glück, dass man auf zwei Beinen steht und manche Sachen nicht mehr machen muss, die man früher gemacht hat, wenn man nur einen Job hatte.


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